Mehrere Orte in China vom Erdbeben völlig zerstört
Wo früher Dörfer waren, liegt nur noch Schutt und Geröll: Das Ausmaß des Erdbebens in Zentralchina ist verheerend. Ganze Ortschaften wurden ausradiert, die Zahl der Toten, so befürchten die Behörden, wird noch dramatisch ansteigen.
Hamburg - In der Region um das Epizentrum des schweren Erdbebens in Zentralchina wurden nach offiziellen Angaben mehrere Orte vollkommen zerstört. In einigen Dörfern im Bezirk Wenchuan stehe kein einziges Haus mehr, sagte Armeekommandant Wang Yi nach einem Bericht der Internet-Seite Sichuan Online.
"Die Verluste sind erheblich", sagte der Militär, der mit seiner Einheit in die schwer zugängliche Region in der Unglücksprovinz Sichuan vorgerückt ist.
In der kleinen Stadt Yingxiu im Bezirk Wenchuan etwa überlebte nach einem Bericht der amtliche Nachrichtenagentur Xinhua nur ein kleiner Teil der Bewohner. Mindestens 7700 der rund 10.000 Bewohner seien ums Leben gekommen, hieß es unter Berufung auf Behördensprecher vor Ort. Mehr als tausend der Überlebenden seien schwer verletzt.
Yingxiu ist einer dem Epizentrum des Bebens vom Montag am nächsten gelegenen Orte in der Unglücksprovinz Sichuan.
Soldaten haben die Suche nach Verschütteten in dem Katastrophengebiet am Mittwoch fortgesetzt.
Zehntausende Menschen, die durch das Beben das Dach über dem Kopf verloren haben, verbrachten die Nacht im Freien. Es wurde damit gerechnet, dass die Zahl der Toten stark ansteigen wird, wenn mehr Verschüttete aus den Trümmern geborgen werden.
Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua vermeldet mittlerweile 20.000 Todesopfer.
Zwei Tage nach dem Beben sind am Mittwoch erstmals auch Armeehubschrauber mit Hilfslieferungen zu den am schwersten betroffenen Ortschaften im Gebiet Wenchuan geflogen. Schlechtes Wetter und heftige Regenfälle hatten Hilfseinsätze aus der Luft zunächst unmöglich gemacht.
Fünf Helikopter der Streitkräfte brachten Wasser, Lebensmittel und Medikamente nach Yingxiu. Zuvor hatten sich Soldaten zu Fuß einen Weg ins Krisengebiet gebahnt. Die Regierung in Peking hat bis zu 50.000 Soldaten für den Hilfseinsatz mobilisiert.
Das Beben der Stärke 7,9 richtete am Montag in ganz Zentralchina schwere Schäden an. Am schwersten betroffen ist die Provinz Sichuan. Allein aus der Stadt Mianyang nahe des Epizentrums gab es Berichte über mehr als 3600 Tote und knapp 19.000 Vermisste.
Nach Behördenangaben könnten die Rettungsarbeiten eine Woche dauern. Immer wieder wurde die Region von starken Nachbeben erschüttert.
pad/AFP/AP/dpa
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