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    德语文学阅读:Auf der Universitat Lore(全)[云南外语网]
    德语文学阅读:Auf der Universitat Lore(全)[云南外语网]
    更新时间:2007-12-4 19:42:00    保存本文
    Dann, während die Bauernburschen immer lauter ihr Eintrittsgeld zurückforderten, faßte ich ihre Hand und zog sie mit mir hinaus ins Freie. Aber hier war meine Verwegenheit zu Ende. Lore hatte mir ihre Hand entzogen, und wir gingen wortlos und befangen nebeneinander der Straße zu, an deren äußerstem Ende sich das Haus ihrer Eltern befand.--Als wir den zur Seite liegenden Eingang des Schloßgartens erreicht hatten, kam uns von der Straße her ein Trupp von Menschen entgegen, an deren lauten Stimmen ich einzelne meiner ausgelassensten Kommilitonen erkannte. Unwillkürlich blieben wir stehen.
    "Wir wollen durch den Schloßgarten!" sagte ich.
    "Es ist so weit!"
    "Oh, es ist nicht so viel weiter!"
    Und wir gingen durch das Portal in den breiten Steig hinab, welcher zwischen niedrigen Dornhecken zu einem Laubgange von dichtverwachsenen Hagebuchen führte. Da hier vorne auch hinter den Zäunen nur bebautes harmloses Gartenland lag, so verhinderte mich die einbrechende Dunkelheit nicht, die neben mir wandelnde Mädchengestalt zu betrachten. Mich schauerte, daß sie jetzt wirklich in solcher Einsamkeit mir nahe war.
    Kein Mensch außer uns schien in dem alten Park zu sein; es war so still, daß wir jeden unsrer Tritte auf dem Sande hörten.
    "Willst du mich nicht anfassen?" fragte ich.
    Sie schüttelte den Kopf.
    "Warum nicht?"
    "Nein--wenn jemand käme!"
    Wir hatten den gewölbten Buchengang erreicht. Es war sehr dunkel hier; denn in geringer Entfernung zu beiden Seiten waren ähnliche Laubengänge, und auf den dazwischen befindlichen Rasenflecken lagerten undurchdringliche Schatten. Ich wußte nur noch, daß Lore neben mit ging; denn ich hörte ihren Atem und ihren leichten Schritt; zu sehen vermochte ich sie nicht. Wie neckend schoß es mir durch den Kopf, daß ich am Nachmittag auf einen Sommervogel ausgegangen war. "Nun bist doch gefangen!" sagte ich, und durch die Dunkelheit ermutigt, ergriff ich ihre herabhängende Hand und hielt sie fest. Sie duldete es; aber ich fühlte, wie sie zitterte, und auch mir schlug mein Knabenherz bis in den Hals hinauf.
    So gingen wir langsam weiter. Von der Stadt her kam der gedämpfte Ton der Drehorgeln und das noch immer fortdauernde Getöse des Jahrmarkttreibens; vor uns am Ende der Allee in unerreichbarer Ferne stand noch ein Stückchen goldenen Abendhimmels. Ich legte ihre Hand in meinen Arm und faßte sie dann wieder. In diesem Augenblick trollte vor uns etwas über den Weg; es mag ein Igel gewesen sein, der auf die Mäusejagd ging.--Sie schrak ein wenig zusammen und drängte sich zu mir hin, und als ich, unabsichtlich fast, den Arm um sie legte, fühlte ich, wie ihr Köpfchen auf meine Schulter glitt.
    Als aber dann, nur eine flüchtige Sekunde lang, ein junger Mund den andern berührt hatte, da trieb es uns wie töricht aus den schützenden Baumschatten ins Freie. So hatten wir bald, während ich nur noch ihre Hand gefaßt hielt, das Ende der Allee erreicht und traten durch eine Pforte auf einen Feldweg hinaus, der seitwärts auf die letzten Häuser der Stadt zuführte. Wir gingen eilig nebeneinander her, als könnten wir das Ende unsers Beisammenseins nicht rasch genug herbeiführen.
    "Mein Vater wird mich suchen; es ist gewiß schon spät!" sagte Lore, ohne aufzusehen.
    "Ich glaube wohl!" erwiderte ich. Und wir gingen noch eiliger als zuvor.
    Schon standen wir am Ausgang des Weges, den letzten Häusern der Stadt gegenüber. In dem Lichtschein, der unter der Linde aus dem Fenster des Schneiderhäuschens fiel, sah ich unweit davon ein Mädchen an einem Brunnen stehen. Ich durfte nicht weiter mit. Als aber Lore den Fuß auf das Straßenpflaster hinaussetzte, war mir, als dürfe ich sie so nicht von mir gehen lassen.
    "Lore", sagte ich beklommen, "ich wollte dir noch etwas sagen."
    Sie trat einen Schritt zurück. "Was denn?" fragte sie.
    "Warte noch eine Weile!"
    Sie wandte sich um und blieb ruhig vor mir stehen. Ich hörte, wie sie mit den Händen über ihr Haar strich, wie sie ihr Tüchelchen fester um den Hals knüpfte; aber ich suchte lange vergebens des Gedankens habhaft zu werden, der wie ein dunkler Nebel vor meinen Augen schwamm. "Lore", sagte ich endlich, "bist du noch bös mit mir?"
    Sie blickte zu Boden und schüttelte den Kopf.
    "Willst du morgen wieder hier sein?"
    Sie zögerte einen Augenblick. "Ich darf des Abends sonst nicht ausgehen", sagte sie dann.
    "Lore, du lügst; das ist es nicht, sag mir die Wahrheit!"
    Ich hatte ihre Hand gefaßt; aber sie entzog sie mir wieder.
    "So sprich doch, Lore!--Willst du nicht sprechen?"

     
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