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    德语小说文库:An Deutschlands Jugend(2)[云南外语网]
    德语小说文库:An Deutschlands Jugend(2)[云南外语网]
    更新时间:2008-1-7 15:18:00    保存本文
    Zweifel
    Wir Älteren hatten keinen Grund, die Epoche unserer Jugendjahre zu preisen. Politisch herrschte der Kampf gegen den Sozialismus in der Form einer liberal aufgeklärten Reaktion, geistig die sogenannte exakte Wissenschaft, wirtschaftlich der beginnende Hochkapitalismus, gesellschaftlich die bürgerliche Streberei. Das Reich und die Großmacht war begründet, einen Schritt darüber hinaus gab es nicht; das Bestehende hatte recht, wer Einwände erhob, bekam es mit Bismarck zu tun oder mit dem Satz von der Erhaltung der Kraft, oder mit den »besseren« Ständen. Alle Gebiete des Lebens überschattete die Autorität des unbestrittenen sichtbaren Erfolges, sogar die Kunst fand es selbstverständlich, Urteil und Rat vom bereicherten und kaufenden Bürger und der gebildeten Hausfrau zu empfangen. Die Jugend, soweit sie nicht als verderbt galt, fügte sich den genehmigten Idealen, ja überbot sie; der oberste der genehmigten Begriffe war die Karriere. Der wachsende Staat verlangte Beamte, das heißt Juristen, die Laufbahn verlangte gesellschaftliche Garantien, das heißt studentische und offiziermäßige Korporation. Die Vorbilder wirtschaftlichen Aufstiegs waren noch vereinzelt und nicht so machtgesteigert, um zu verlocken, der Wissenschaftsbetrieb hatte eine gesonderte Aufstiegsordnung, in der ein umfangreiches Assistentenwesen und Einheirat eine gewisse Rolle spielten.
    Jugendlicher Drang, von freier Tat ferngehalten, halb freiwillig, halb unbewußt in das ungeistige, unfromme, phantasielose Joch der Autorität und Streberei gezwängt, schuf ein Zerrbild, so unerfreulich wie kaum eines seit der Zeit des lanzknechtlichen Hosenteufels, des altmodischen Bramarbas und des bezopften Renommisten: den Patentscheißer. Aufgeschwemmte Burschen, schnöde und zynisch im Auftreten, mit geklebtem Scheitel, gestriemten Gesichtern, Reiterstegen an den gestrafften Beinkleidern, schnarrender Stimme, die den Kommandoton des Offiziers nachahmte. Den Hochschulbetrieb verachteten sie, die kümmerliche Prüfungsreife erlangten sie durch sogenannte Pressen, ein feindseliges und herausforderndes Wesen trugen sie zur Schau, außer wenn es sich um Konnexionen handelte, ihre Zeit verbrachten sie mit Pauken, Saufen und Erzählen von Schweinereien. Solche Gestalten wurden geduldet, ja anerkannt; sie waren bestimmt, zu denen zu gehören, die das Volk regieren, richten, lehren, heilen und erbauen. Gewiß, es gab auch zahlreiche andere Vertreter der akademischen Jugend, vor allem die, deren Mittel zur Erreichung dieser Stufe nicht langten; doch meine Befürchtung, daß die Generation der achtziger Jahre uns den Ausfall einer geistigen Ernte im öffentlichen Leben kosten würde, hat sich erfüllt.
    In den Formen des ländlichen und kleinbürgerlichen Lebens haben wir uns stets bescheiden, sicher und würdig bewegt. Für gesteigerte bürgerliche Lebensform ist ein gültiges neuzeitliches Vorbild in Deutschland nicht geschaffen worden. Der kleinere Adel blieb gutsherrlich, patriarchalisch, stadtfeindlich, der größere international und abgesondert. Der Soldatenstand ließ nach außen nur einen kühlen Schliff erkennen, der zu brutal übertreibender Nachahmung verführte, das Beamtentum, wirtschaftlich gedrückt und stolz verzichtend, machte in seinen Formen die Abwehr fühlbar, die ein Leben in unterordnenden und spaltenden hierarchischen Gepflogenheiten bedingt. Patriziat und alter Reichtum, in Deutschland selten und versprengt, fand in sich kein Gleichgewicht und drängte zum Adel und Hof.
    So fand sich bei uns niemals ein anerkanntes Vorbild der Lebensform, des Benehmens und der Gesellschaft; unzusammenhängende Konventionen wurden unverstanden gelehrt und als Unterscheidungszeichen gewertet, zur Schaffung eines geschlossenen äußeren Erscheinungsbildes reichten sie nicht aus. Der erzieherische Nachteil dieses scheinbar äußerlichen Mangels für jedes heranwachsende Geschlecht wird unterschätzt. Er läßt den jungen Menschen die Würde und Sicherheit einer anerkannten Schulung entbehren, verführt zu einem billigen Individualismus, der nur Formlosigkeit ist, erschwert die Schätzung und Gemeinschaft einer körperlichen Kalokagathie, bewirkt Rückschläge in eine pomadisierte Pöbelhaftigkeit und ermöglicht die Entstehung von wechselnden Zerrbildern, die nirgends in der Welt geduldet werden würden, und von denen das der achtziger Jahre ein teuer bezahltes Beispiel bildet.
    Diese Sorge ist vorüber, denn kommende Zeiten werden die Spaltung der Kasten nicht kennen, der aristokratischen, militärischen und bureaukratischen Vorbilder nicht bedürfen, sondern ihre Wertungen aus menschlichen und volkstümlichen Vorstellungen schöpfen. Für uns bestand sie, euch blieb sie erspart.
    Denn ihr hattet das Glück, im Widerspruch zu erwachen. Eure Kindheit hat der beginnende Wohlstand des Landes gepflegt, ein erwachendes Schrifttum, eine nicht volkstümliche Kunst hat euch ein Widerspiel zur Gegenwart und Wirklichkeit geschaffen, euer Bewußtsein erweckt und durch Kontrast befruchtet. Die schmerzhafte Lösung von der Autorität, die einigen von uns glückte, andere brach, war für euch kein Problem, denn ihr seid frei geboren. Eure Väter konnten euch nicht die Unwiderleglichkeit großer Schöpfung entgegenhalten, sie hatten nur die Mechanisierung emporgehoben, der sie fruchtlos dienten, den Staat und ihr eigenes Machterbe verwahrlost, und euch mit einer gewalttätigen, rauschenden und schimmernden Zivilisation umgeben, die sich anpreisen aber nicht verteidigen konnte. Freilich waren auch unter ihnen große Männer, deren Arbeit Gutes schuf und ohne ihr Wissen Künftiges bereitete, doch die Welt war entseelt, der Glauben erstorben bis auf seine Wurzeln des schöpferischen Zweifels, und die äußerlich glänzendste Epoche, die je der Erde beschieden war, die dicht an das künstliche Paradies der Schmerz- und Sorglosigkeit, der technischen Schrankenlosigkeit und des ewigen Wohlstandes rührte, erstarb im Geiste.
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