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    德语小说文库:An Deutschlands Jugend(2)[云南外语网]
    德语小说文库:An Deutschlands Jugend(2)[云南外语网]
    更新时间:2008-1-7 15:18:00    保存本文
    Ein ganz tatsächliches Moment sollten die Verehrer des ruhigen Flusses und der Überlieferungskräfte nicht vergessen: Die Völker, mit denen die nationale Erinnerung sich in feierlichen Augenblicken identifiziert, leben nicht mehr. Die Italiener sind keine Römer, die Franzosen keine Franken und die Deutschen keine Germanen. Die Verschmelzung mit Unterworfenen und mit den eigenen unbekannten Unterschichten hat die Völker nicht nur von Grund auf gewandelt, sondern auch weit mehr, als man zuzugeben geneigt ist, untereinander angeähnlicht. Die geistigen und körperlichen Verschiedenheiten der Proletariate Europas, die heute schon die überwiegenden Massen der Völker ausmachen und daher auch die eigentlich Kriegführenden sind, erweisen sich als sehr gering. Der Umschichtungsbewegung, die in Deutschland die letzten fünf Jahrhunderte erfüllt, entstammt die ganze sichtbare Änderung unseres Völkerlebens; die Einrichtungen sind den Änderungen der Substanz nicht vorausgeeilt, sondern zeitweise um große Strecken zurückgeblieben; man erinnere sich der kleinen Einzelzüge: daß vor dem Kriege das Wort Volk in der offiziellen Sprache verpönt war und nicht an den Reichstagsgiebel geschrieben werden durfte, und daß jede Verteidigung des Begriffes der Demokratie an Staatsverbrechen rührte. Zweierlei sollten die kryptokonservativen Denker im Auge behalten: einmal, daß die Wasser der Weltgeschichte unaufhaltsam zum Tale laufen, das Freiheit heißt, und sich niemals haben umkehren lassen, sodann, daß überlange Stauung die Dämme bricht.
    Der ernsteste Zweifel ist der chaotische.
    Es kann geschehen, daß das Entsetzen der Zeit in einem Menschen so mächtig wird, daß er Heilung nur noch in der Vernichtung sieht, in der Feuerverzehrung selbst, im restlosen Niederbrennen des Brandes. Das Entsetzen der Zeit -- ist denn dieses Entsetzen größer als das Entsetzen früherer Kriege? Ist denn die Zahl und Masse das Mächtige, ist denn der Mord der Millionen schwärzer als der Mord eines Einen? Sind denn geschlachtete Städte und Landstriche der Großkönige und Pharaonen, Khane und Cäsaren mildere Opfer gewesen als die der Handgranaten und Gase? Freilich nicht; menschliches Elend wächst nicht über sich selbst hinaus durch angehängte Nullen, die Million ist an sich nichts anderes als die Myriade. Dennoch ist diese wissenschaftlich geregelte Feuerflut das vorbildlose Grauen der Jahrtausende, und es ist begreiflicher, daß manche, die es erleben, an allem verzweifeln, als viele, die es erleben, an nichts verzweifeln.
    Alles frühere Elend war ein Geißelschlag, der auf den Rücken der gesunden Erde sauste. Getroffen wurden von der Furie zwei Heere und was ihnen in den Weg kam, das andere blieb gesund. Der Dreißigjährige Krieg war das Vorbild der fressenden Kriegsseuche, doch sie blieb im Raume beschränkt. Den wahren Vergleich dessen, was wir erleben, nein zu erleben beginnen, bietet der fünfhundertjährige Brand, in dem ein Weltzeitalter sich löste. In der Schmelzglut versank die südliche Antike und die mönch-ritterliche Strenge des Nordens stieg empor. Doch auch diese Krisis war innerlich milder, denn sie betraf unbewußte Geschlechter in der Gestalt eines objektiven Schicksals.
    Was wir erleiden ist die furchtbare Konsequenz der Sinnlosigkeit, die selbstgeschaffene Hölle. Nicht Eine verantwortungsvoll lebendige Seele will das Leiden, und jede ist verflucht, wissentlich und willentlich, in Duldung und Haß, in Widerstreben und Furcht das Leid des anderen und das Leid der Welt zu mehren. Jeder, der lebt, und wenn er nur sein tägliches Brot verzehrt, ist mitschuldig, schädigt und tötet, keiner kann sich dem Geißeltanz entziehen, je heißer er blutet, desto wilder muß er schlagen. Keiner weiß den Sinn, keiner den Grund, keiner den Zweck, es bleibt ihm als Trost nur der selbstentfachte Haß und die zitternde Empörung über die Schlechtigkeit des anderen. Niemand sieht den Ausweg, denn wem es schlecht geht, der kann nicht beenden, und wem es gut geht, der wird gezwungen, seine Forderung zu steigern. Ein jeder aber, dessen Herz nicht stumpf ist, fühlt, daß die Schlechtigkeit des anderen es nicht allein sein kann, daß hinter allen Schlechtigkeiten ein böses Schicksal steht, und daß dieses Schicksal die Ungerechtigkeit aller ist. Und deshalb wiederum fühlt man die Unabwendbarkeit der selbstgeschaffenen Not, fühlt man, daß sie nicht zu Ende gehen kann wie die Entscheidung eines Zweikampfes, die Recht und Unrecht durch Buße und Erstattung löst. Noch immer zwar, weit tiefer als man weiß und zugibt, ist die Welt durchsättigt von der Vorstellung des Gottesurteils, von der Verwerfung des Besiegten, von der Rechtfertigung des Siegers, daß der Sieg an sich nach Gottes Wohlgefallen neues Recht und neue Sittlichkeit schafft, daß der Unterworfene von der Gottheit selbst dem Unterwerfer unter die Füße gelegt wird zur Schonung oder Vernichtung nach freiem Ermessen, wie der Ausdruck lautet: auf Gnade und Ungnade. Daher bei jedem Mißerfolg ein tieferes Gefühl als Enttäuschung und Kummer, nämlich die sittliche Angst vor der Verwerfung, bei jedem Erfolg ein höheres als Freude, nämlich die Sicherheit, auf der Seite des kämpfenden Gottes zu stehen; daher die wachsende Hemmung gegen Verständigung: Denn wie sollte der jeweils vom Gott Beschirmte, der Träger des Schicksals, mit dem Gezeichneten, dem vor aller Welt Widerlegten und Entrechteten paktieren? Und die urzeitliche Vorstellung wird bekräftigt durch den öffentlichen Wettbewerb der Beteiligten um die Gunst des Schlachtengottes, von dem man annimmt, daß sein Entschluß durch Gebet, Danksagung, Ehrenbezeigung und Buße wo nicht geändert, so doch gestärkt werden könne.
    Der neuzeitliche Mensch, dem es nicht mehr gegeben ist, das Entsetzen auf den Kometen und den Zorn der Dämonen abzuwälzen, der in seinem Inneren alle Schuld und Verantwortung für das widerwillig selbstgeschaffene Leid sucht und findet, kann von Verzweiflung so überwältigt werden, daß er aus seiner Not ins Chaos flüchtet. Es kann ihm geschehen, daß er getrieben wird, alle Werte anzutasten, daß er die Frage wagt, ob jene Güter, die Christus nicht als Güter kannte, Vaterland, Nation, Wohlstand, Macht, Kultur wahrhaft so hoch erhaben, so tief gegründet sind, daß in ihrem Namen die Welt friedlich und kriegerisch sich in die ewige Sünde der Feindschaft, des Hasses und Neides, der Ungerechtigkeit und Unterdrückung, der staatsmännischen Ränke, der Gewalt und des Mordes verstricken dürfe. Der Zweifel kann sich versteifen, wenn berufene Ausleger des Wortes, zwischen Schrift und Wirklichkeit gestellt, die Gebote der Liebe außer Kraft setzen oder durch gewagte Deutung den kämpfenden Mächten unterwerfen. Ist denn nicht den Armen und Ohnmächtigen das Himmelreich verheißen? Ist nicht die Verkündung allen Völkern gepredigt? Ist es nicht göttlich, Unrecht erleiden? Ist es das Wissen, das selig macht? Ist nicht ein Vater im Himmel und ein Land die Erde?

     
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