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    德语小说文库:An Deutschlands Jugend(3)[云南外语网]
    德语小说文库:An Deutschlands Jugend(3)[云南外语网]
    更新时间:2008-1-7 15:19:00    保存本文
    Es ist viel, wenn hinter diesen Konventionen die großen religiösen Wahrheiten erblickt und geehrt werden, denen sie dereinst entsprangen; zu häufig geschieht es, daß die Entfremdung sich auf den Glauben selbst erstreckt. Man klagt über das Schwinden der kirchlichen Beziehung bei gebildeten Männern jugendlichen Alters: nicht die Beziehung schwindet, denn abgesehen vom Gottesdienst werden die Pflichten erfüllt, sind Austritte selten -- doch je strenger die Kirche auf ihren Rechten und Beziehungen besteht, desto unaufhaltsamer entgleiten ihr die Seelen, und nicht nur ihr, sondern dem Glauben.
    Daß alle diese einfachen Zusammenhänge sich dem öffentlichen Denken entziehen, liegt daran, daß wir in Deutschland nur noch historisch und wissenschaftlich, nicht mehr sachlich und pragmatisch denken. Es fehlen uns die Vergleiche und die Anschauungen. Man frage, wie vielen der Gebildeten die Verschiedenheit der Begriffe Religion und Kirche innerlich geläufig ist, wie viele über die ursprünglichsten Fragen sich eigene Gedanken machen. Unser Denken liegt in den Händen der beamteten Lehrer der Wissenschaft, die mit dem Rüstzeug ihrer Gelehrsamkeit und immer erneuten Theorien das Bestehende stützen, der Journalisten, die das Tägliche bearbeiten, und der Agitatoren, die mit Schlagworten das Bestehende bekämpfen. Hier heißt es: dem Volke muß der Glaube erhalten werden, dort: Trennung von Staat und Kirche, und das Problem liegt ganz wo anders.
    Wir, Freunde, haben es in dieser unserer Betrachtung nicht mit Politik und Einrichtungen zu tun, sondern mit unserer inneren Einstellung zum Gegenwärtigen und Künftigen. So muß der letzte Glaubenszweifel, der aus dem Wirklichen erwächst, uns abermals den Glauben an den Glauben als an ein Unberührbares bekräftigen. Mag der Glaube in Zukunft sich Formen schaffen, welche er will: politische und soziale, militärische und erzieherische werden es nicht sein. Der Glaube wird unsere Seelen läutern und die Seelen unserer Kinder bilden, aber Mittel zum Zweck, weder zum edlen, noch zum geringen, wird er nicht werden. Kann ein Glaube sich nicht halten, sofern er nicht vom Staat verordnet wird, kann ein Staat sich nicht halten, sofern er nicht von einer Kirche verteidigt wird, so werden beide dahinsinken. Denn beide sind Mächte, die in einer befreiten Menschheit nur aus eigenem Recht bestehen können. Sind Glaubensformen durch die Jahrhunderte nicht starr zu erhalten: um so besser, so mögen sie sich wandeln, wie alle irdischen Formen sich gewandelt haben, wenn nur ihr Urgrund bestehen bleibt. Läßt sich die Einheit des Bekenntnisses für die Vielfalt der Herkunft, der Landesstriche, der Freiheitsstufen nicht bewahren: so mag es zersplittern, wenn nur die menschliche Gemeinschaft des gläubigen Lebens erwacht, die heute nicht besteht. Mögen hier Ablässe erteilt und Dämonen beschworen, mögen dort die reinsten Sakramente empfangen und die verklärtesten Botschaften verkündet werden: es ist alles vollkommen, was aus reinem Herzen geschieht, und es ist alles unvollkommen, weil es irdisches Gleichnis ist. Mögen Gläubige sich zusammenfinden, um den Drang ihres Herzens gemeinsam zu bekennen, oder mögen sie in Straßenlärm und Wälder flüchten, um mit ihrer Seele allein zu sein, mögen sie auf Märkten predigen oder Priester walten lassen, mögen sie geistliche Truppen oder Beamtenschaften bilden oder sich in mystische Betrachtung versenken: die göttlichen Mächte hören jedes Wort des Herzens und jeden fallenden Tropfen. Ein Glaube aber, der nicht wunschbegieriger Aberglaube, nicht böse Magie, nicht schlauer Wettbewerb, nicht Heilsgymnastik und zweckdienliche Übung ist, ein Glaube, der nicht Irdisches vom Göttlichen, sondern Göttliches vom Irdischen will, der umschließt die Menschheit zu einer einzigen Gemeinde, so daß ein jeder einen jeden begreift, welche Sprache auch immer des Mundes und Herzens er redet, und alle die Eine Verantwortung fühlen und ertragen, die unsagbare Not, Seligkeit und Verantwortung, Mensch zu sein.
    Es sind manche, die keinen neuen Glauben wollen, weil sie seine Ausartung erblicken. Ja es ist wahr: neben jedem Halm des Glaubens wird ein Büschel abergläubischen und muckerischen Unkrauts wuchern. Es ist wahr: sein Gift ist widerlicher als des Unglaubens; wie ehrenhaft und mutig ist der nüchterne, handfeste Atheist, verglichen mit dem süßlich feigen Mucker, dem lüsternen Geisterbeschwörer, dem schamlosen Sündenknecht und dem fleißigen Gottesbetrüger. Sollen wir aus Furcht vor dem Sekundären verzagen? Wer einen Flußlauf reinigt, darf sich nicht wundern, wenn der Bagger Schlamm emporgeholt; liegen die Gifte der Muckerei in der Menschheit, so sollen sie zu Tage, mag Sonne und Wind zerstören, was in den Tiefen gärte.
    Es sind andere, die schaffen Glaubensersatz. Sie vertiefen sich in alte Götterlehren und Sagen und Gebräuche und meinen, auch wenn man nicht daran glaubt, so ist es schön und dient zur Erhebung, über ein Feuer zu springen oder die Sonne anzurufen. Es ist schön, aber nicht echt; es dient zur Erhebung, aber zur künstlichen, äußerlichen, flüchtigen und gespielten. Es schafft keine Weihung, sondern den Nachgeschmack eines heiteren Bildes und einer harmlosen Täuschung, die an die Grenze des Seichten und Kindischen rührt. Romantischer Hang zum Vergangenen ist Bekenntnis zur Unfruchtbarkeit im Künftigen. Die alten Sagen und Gebräuche waren schön, wie die alten Trachten und Geräte, weil sie aus der Natur kamen. Gepflogen aber wurden sie, nicht weil sie schön, sondern weil sie heilbringend waren. In der Bestimmung über Fluch und Segen wurde Erhebung, halb unbewußt vielleicht auch Schönheit empfunden. Antiquarische Belustigung auf ästhetischem Grunde schafft keine künstliche Naivität, sondern zerstört die Reste der natürlichen.

     
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