Susi :…ich hab sie hier auf CD… Uwe :So, so emotional hätte ich mir die Deutschen gar nicht vorgestellt… Reporter :Entschuldigen Sie die Verspätung, aber ich kann gar nicht fassen, was da passiert ist. Da steht die Mannschaft 80 Minuten hinten drin, kommt kaum zum Atmen und dann ein Kon-ter – und das Ding ist gedreht. Uwe :... Äh... Susi :… Äh...
Reporter :…Die hätten einfach vielmehr über außen kommen müssen, anstatt immer nur durch die Mitte. Uwe :Also, wissen Sie, ich komme aus Elfmetra und da... Reporter :Ja, den gab’s auch, aber da ballert der die Kugel volles Rohr ans Gebälk Susi :Sie meinen: an den Pfosten. Reporter :Genau.
Uwe :Aber warum sagen Sie es dann nicht? Erzähler :Und der Reporter begriff. Begriff, dass Uwe zu dieser Minderheit gehörte, denen man doch tatsächlich erklären musste, dass ein „Doppelpass“ keine doppelte Staatsangehörigkeit bedeutet, sondern ein meist schnelles Zusammenspiel zweier Stürmer. Dass eine „Flanke“ein hohes Zuspiel in den Strafraum ist und eine „Mauer“ aus Mitspielern besteht, die das eigene Tor bei einem Freistoß schützen sollen... Uwe :...die Berliner Mauer…?
Reporter :Aus den Köpfen beginnt sie zu verschwinden, die Mauer, aber nicht aus den Strafräu-men... Susi :Ach, siehst du Uwe, Reporter sind Philosophen. Sokrates wäre heute Fußballreporter und Kant vielleicht Trainer, der den kategorischen Imperativ so lehren würde: „Flach spielen, hoch gewinnen.“
Erzähler :„Flach spielen, hoch gewinnen“, das würde auch er seiner Mannschaft beibringen. Reporter :„Fußball ist deshalb so spannend, weil keiner weiß, wie es ausgeht.“ Uwe :Hat das auch ein Fußballphilosoph gesagt? Susi :Ja, der größte: Sepp Herberger. Der berühmte Trainer der Nationalmannschaft nach dem Krieg. Über den reden wir dann morgen – genauso wie über alte und neue Systeme...
Uwe :Kommunismus und Kapitalismus? Susi :Nein, Schalker Kreisel, Schweizer Riegel und Viererketten, das ist kein Schmuck. Uwe :Das ist doch das mit dem aufgelösten Libero. Susi :Ach, du hast schon soviel gelernt, seitdem du bei mir bist....
|