|
Erzähler:Ein Hotel ist eine von vielen Übernachtungsmöglichkeiten, die Deutschland den Fans von fremden Planeten bietet. Jugendherbergen, Campingplätze, privat bei Familien – das ist billiger. Aber – egal wie viel es kostet, überall gilt das Motto der WM: „Die Welt zu Gast bei Freunden“.
Portier:Sie wünschen?
Uwe:Äh, wir möchten mich frisch machen...
Portier:Sie wollen wohl ein Doppelzimmer mit Dusche...
Susi:Sehen Sie, der Herr kommt von außerhalb. Er möchte ein Einzelzimmer mit Dusche und WC.
Uwe:Und Bett!
Portier:So, so.
Erzähler:Ja, die Reise war anstrengend. Für die knapp 2 Millionen Lichtjahre von Elfmetra Mitte bis Frankfurt hatte Uwe immerhin gut 10 Minuten gebraucht. Uwe duschte, schlief zwei Se-kunden durch und wurde dann vor eine ganz harte Entscheidung gestellt:
Susi:Was für ein Fan willst du denn sein?
Uwe:Du meinst, wer meine Lieblingsmannschaft sein soll? Vielleicht eine, die ihren Libero nicht aufgelöst hat...
Susi:Ach was, nimm’ Deutschland, das ist für dich am sichersten. Hier hast du einen Fanschal, ein Trikot, eine Mütze für den Kopf und eine Fahne zum Winken. Außerdem musst du sin-gen, pfeifen und anfeuern...
Uwe:...rauchen?
Susi:Nein, „anfeuern“, das sagt man, wenn man seine Mannschaft unterstützt: „Deutschland vor, noch ein Tor.“
Uwe:Oder: Es gibt nur einen Rudi Völler, einen Rudi Völler...
Susi:...im Prinzip ja, aber da hast du ein veraltetes Lehrbuch studiert. Der Vertrag mit Rudi Völ-ler wurde aufgelöst.
Uwe:Ach so, ein Libero...
Susi:...nein, der war Angreifer – Stürmer.
Erzähler:Ja, es gab noch viel zu lernen für Uwe. Wie man sich zuprostet, was Stadionsprecher sprechen, wieso Bananenflanken komisch schmecken, was in Umkleidekabinen ge-schieht, wie man ein Spiel liest, was Schwalben in Strafräumen zu suchen haben, wie grausam es ist, seinen Gegner zu tunneln und:
Susi:Warum nach dem Spiel vor dem Spiel ist. Komm jetzt, Uwe...
|